Butter oder Margarine beim Backen? Das passt zu jedem Teig

4. Juni 2026

Hände rühren Teig mit Butter oder Margarine in einer Schüssel. Daneben liegen Pflaumen, Eier und Zucker.

Inhaltsverzeichnis

Beim Backen entscheidet die Wahl des Fettes nicht nur über den Geschmack, sondern auch über Konsistenz, Form und Saftigkeit des Gebäcks. Die Entscheidung zwischen Butter und Margarine hängt deshalb davon ab, ob du Mürbeteig, Rührkuchen, Hefeteig oder Blätterteig zubereitest. Ich zeige, wann welcher Backfett-Typ sinnvoll ist, worauf du beim Ersetzen achten solltest und welche Angaben auf der Packung wirklich zählen.

Die richtige Wahl hängt stärker vom Rezept als vom persönlichen Lager ab

  • Butter bringt ein ausgeprägtes Milch- und Rahmaroma sowie eine feste, knusprige Struktur.
  • Vollfettmargarine lässt sich in den meisten Kuchen- und Keksrezepten im Verhältnis 1:1 einsetzen.
  • Fürs Backen solltest du Produkte mit etwa 80 Prozent Fett verwenden, keine Halbfett- oder Light-Varianten.
  • Bei Margarine lohnt sich ein Blick auf die Fettquelle, etwa Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Palmfett.
  • Für Blätterteig und Plundergebäck ist spezielle Back- oder Ziehmargarine oft zuverlässiger als weiche Tischmargarine.

[search_image] Butter und Margarine als Backzutaten auf einem Küchentisch im direkten Vergleich

Butter oder Margarine beim Backen richtig einordnen

Butter besteht aus Milchfett und enthält neben Fett auch einen kleinen Wasseranteil sowie Milchbestandteile. Klassische Butter liefert meist **rund 82 Prozent Fett**. Margarine wird dagegen aus pflanzlichen Fetten und Ölen hergestellt und kann je nach Sorte sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein.

Für die Backpraxis ist weniger entscheidend, ob ein Fett tierisch oder pflanzlich ist. Wichtiger sind **Fettgehalt, Wasseranteil und Konsistenz**. Genau diese drei Faktoren beeinflussen, ob ein Teig mürbe, locker, knusprig oder eher weich wird.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich beide Produkte grundsätzlich gleich gut zum Backen eignen. Das deckt sich mit meiner Erfahrung aus der Rezeptpraxis, allerdings nur dann, wenn die Margarine tatsächlich zum Backen geeignet ist. Eine sehr weiche Streichmargarine mit hohem Wasseranteil verhält sich im Teig anders als eine feste Backmargarine.

Kriterium Butter Margarine
Geschmack Kräftig, milchig und leicht rahmig Neutral bis leicht pflanzlich
Fettgehalt Meist etwa 82 Prozent Je nach Sorte meist etwa 70 bis 80 Prozent
Teigkonsistenz Bei Raumtemperatur weich, gekühlt fest Oft schneller streichfähig und weicher
Typische Stärke Aroma und knusprige Struktur Gleichmäßige Verarbeitung und pflanzliche Rezeptur
Besonders geeignet für Mürbeteig, Butterplätzchen, feine Cremes Rührkuchen, Hefeteig, vegane Backwaren

Was sich im Teig tatsächlich verändert

Mürbeteig und Plätzchen

Bei Mürbeteig sorgt kalte Butter für eine **zarte, bröselige Struktur**. Wird der Teig zu lange geknetet oder das Fett zu warm, verbindet sich das Mehl stärker und die Plätzchen werden härter. Ich arbeite hier lieber mit kühler Butter und stelle den ausgestochenen Teig vor dem Backen noch einmal für etwa **20 bis 30 Minuten** kalt.

Mit Margarine gelingen Mürbeteig und Plätzchen ebenfalls, häufig werden sie etwas weicher oder neutraler im Geschmack. Das Ergebnis hängt stark von der jeweiligen Sorte ab. Für besonders knusprige Kekse sollte die Margarine einen **hohen Fettgehalt und wenig zusätzliches Wasser** haben.

Rührkuchen

In Rührkuchen ist Margarine oft unkompliziert, weil sie schnell cremig wird und sich gut mit Zucker aufschlagen lässt. Das kann zu einem **gleichmäßigen, saftigen Kuchen** führen. Butter funktioniert genauso, braucht aber die richtige Temperatur: Zu kalt verbindet sie sich schlecht mit dem Zucker, zu warm verliert die Masse an Volumen.

Beim klassischen Aufschlagen von Fett und Zucker entsteht eine feine Luftstruktur. Sie trägt dazu bei, dass der Kuchen lockerer wird. Deshalb sollte das Fett weich, aber nicht flüssig sein. Als einfache Orientierung reichen meist **18 bis 22 Grad Celsius** Raumtemperatur.

Hefeteig und süße Brote

In Hefezöpfen, Brioche oder süßen Milchbrötchen kann Margarine eine gute Alternative sein. Der Eigengeschmack der Butter ist dort zwar angenehm, aber nicht zwingend nötig. Eine pflanzliche Margarine macht den Teig oft **geschmeidig und weich**, sofern sie nicht zu viel Wasser enthält.

Wichtig ist, das Fett erst dann einzuarbeiten, wenn Mehl, Flüssigkeit und Hefe bereits grob verbunden sind. Direkt zu Beginn kann eine große Fettmenge die Glutenbildung bremsen. Das Klebergerüst hält später die Gärgase, also die Luftblasen, im Teig fest.

Für welches Gebäck welches Fett besser passt

Eine pauschale Rangliste halte ich beim Backen für wenig hilfreich. Butter gewinnt beim Aroma, Margarine bei bestimmten Verarbeitungseigenschaften. Die sinnvollere Frage lautet deshalb, welche Aufgabe das Fett im jeweiligen Gebäck übernehmen soll.

  • Butterplätzchen und Sandgebäck: Butter ist die bessere Wahl, wenn der Eigengeschmack im Mittelpunkt steht. Sie gibt dem Gebäck eine charakteristische Note und wird nach dem Abkühlen wieder fest.
  • Rührkuchen und Muffins: Beide Fette funktionieren. Margarine ist praktisch, wenn der Kuchen neutral schmecken und lange weich bleiben soll.
  • Mürbeteig für Tartes: Butter liefert meist mehr Aroma und eine angenehm mürbe Krume. Mit fester Backmargarine wird der Teig ebenfalls stabil, aber oft etwas weniger buttrig.
  • Hefezopf und Brioche: Butter passt zu klassischen Rezepten, Margarine zu pflanzlichen Varianten. Entscheidend sind hier vor allem Teigtemperatur und Knetzeit.
  • Blätterteig und Plunder: Verwende möglichst spezielle Zieh- oder Backmargarine. Sie bleibt beim Ausrollen oft formstabiler als eine weiche Streichmargarine.
  • Buttercreme: Für eine klassische Buttercreme ist Butter geschmacklich meist überlegen. Margarine kann funktionieren, benötigt aber je nach Rezept eine dafür geeignete Creme- oder Aufschlagmargarine.

Gerade bei Blätterteig zeigt sich, warum die Produktbezeichnung nicht nebensächlich ist. Das Fett muss sich in dünne Schichten ausrollen lassen und darf weder zu hart brechen noch zu schnell schmelzen. Eine normale Margarine kann hier zu **unsauberen Schichten und weniger Volumen** führen.

So ersetzt du Butter durch Margarine ohne Überraschungen

In einem Rezept mit **100 Gramm Butter** kannst du normalerweise 100 Gramm klassische Vollfettmargarine verwenden. Das funktioniert besonders gut bei Rührteig, Muffins und vielen einfachen Plätzchen. Kontrolliere trotzdem die Zutatenliste, denn ein deutlich niedrigerer Fettgehalt verändert das Verhältnis von Fett zu Mehl.

Wann die 1:1-Regel nicht reicht

Halbfettmargarine enthält oft nur etwa **39 bis 41 Prozent Fett** und entsprechend mehr Wasser. Sie ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz für Butter in Mürbeteig, Blätterteig oder fettreichen Cremes. Der Teig kann klebriger werden, stärker verlaufen oder eine weichere Krume bekommen.

Auch streichfähige Mischprodukte sind nicht automatisch zum Backen geeignet. Sie enthalten je nach Rezeptur zusätzlich Wasser, Joghurt oder andere Zutaten. Für einen zuverlässigen Austausch greife ich zu einer **Backmargarine mit rund 80 Prozent Fett** und passe nur dann Flüssigkeit an, wenn der Teig sichtbar zu weich wird.

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Die häufigsten Fehler beim Austausch

  • Falsche Menge: Öl und flüssige Margarine lassen sich nicht immer grammgenau wie feste Butter einsetzen.
  • Zu warm verarbeitet: Weiches Fett kann Plätzchen verlaufen lassen und Rührteig instabil machen.
  • Light-Produkte gewählt: Der zusätzliche Wasseranteil verändert die Teigstruktur deutlich.
  • Salz übersehen: Gesalzene Butter oder Margarine kann das Rezept geschmacklich verschieben.
  • Vegane Eignung angenommen: Nicht jede Margarine ist frei von Milchbestandteilen. Ein Blick auf die Kennzeichnung schafft Klarheit.

Wenn ein Rezept ausdrücklich kalte Butter verlangt, sollte die Margarine ebenfalls gekühlt und in kleinen Stücken eingearbeitet werden. Bei einem Rührteig darf sie dagegen weich sein. **Die Verarbeitungstemperatur** ist oft wichtiger als die Marke.

Gesundheit, Zutatenliste und Nachhaltigkeit sinnvoll bewerten

Butter und Margarine liefern ähnlich viel Energie, nämlich ungefähr **720 Kilokalorien pro 100 Gramm**. Der wesentliche Unterschied liegt in der Fettzusammensetzung. Margarine enthält häufig mehr ungesättigte Fettsäuren und ist cholesterinfrei, während Butter mehr gesättigte Fettsäuren und natürliches Cholesterin liefert.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, Streichfette sparsam zu verwenden und pflanzliche Öle regelmäßig einzubauen. Für die Entscheidung beim Backen bedeutet das nicht, dass Butter grundsätzlich tabu ist. Die **gesamte Ernährung und die verwendete Menge** zählen stärker als ein einzelner Kuchen.

Bei Margarine lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutaten. Rapsöl ist wegen seines günstigen Fettsäuremusters eine interessante Grundlage. Sonnenblumenöl kann ebenfalls sinnvoll sein, während Palmfett vor allem unter ökologischen Gesichtspunkten eine bewusste Kaufentscheidung verlangt. Eine pauschale Bewertung jeder Margarine wäre deshalb genauso falsch wie die Behauptung, Butter sei immer die bessere Wahl.

Wer vegan backen möchte, sollte eine ausdrücklich **vegane Margarine oder einen veganen Butterersatz** auswählen. Für Kuchen und Hefeteig klappt das meist problemlos. Bei Buttercreme, Blätterteig und sehr feinen Mürbeteigen lohnt sich ein Produkt, das für genau diesen Zweck entwickelt wurde.

Meine praktische Entscheidung für den Backalltag

Für ein Gebäck, bei dem das Aroma den Unterschied macht, würde ich Butter nehmen. Das gilt besonders für Weihnachtsplätzchen, Streuselteig und feines Sandgebäck. Bei Rührkuchen, Muffins oder einem unkomplizierten Hefeteig spricht dagegen viel für eine gute Vollfettmargarine, vor allem wenn eine pflanzliche Rezeptur gewünscht ist.

Beim Einkauf prüfe ich zuerst den **Fettgehalt**, danach die Verwendungsempfehlung und erst dann die Zutatenliste im Detail. Steht auf der Packung „zum Backen geeignet“ und liegt der Fettanteil ungefähr bei 80 Prozent, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Austausch im Standardrezept problemlos gelingt.

Mein knappes Urteil lautet daher: Butter ist nicht automatisch besser und Margarine nicht automatisch schlechter. Für **Geschmack und klassische Mürbeteige** hat Butter die Nase vorn, für flexible, pflanzliche und oft kostengünstigere Alltagsrezepte ist Margarine sehr praktisch. Entscheidend ist, ein passendes Produkt für die jeweilige Teigart zu wählen.

Häufig gestellte Fragen

In Rührteig, Muffins und vielen einfachen Plätzchen funktioniert Vollfettmargarine meist im Verhältnis 1:1. Verwende möglichst eine Backmargarine mit etwa 80 Prozent Fett, da Halbfettmargarine mit nur rund 39 bis 41 Prozent Fett mehr Wasser enthält und die Teigstruktur verändern kann.

Kalte Butter sorgt für eine zarte, bröselige Struktur und ein ausgeprägtes Aroma. Margarine ist ebenfalls möglich, kann aber weichere und geschmacklich neutralere Plätzchen ergeben. Für knusprige Ergebnisse sollte sie einen hohen Fettgehalt und wenig zusätzliches Wasser haben.

Blätterteig und Plundergebäck benötigen ein Fett, das sich dünn ausrollen lässt und dabei formstabil bleibt. Spezielle Zieh- oder Backmargarine ist dafür oft zuverlässiger als weiche Streichmargarine, die unsaubere Schichten und weniger Volumen verursachen kann.

Für Rührkuchen sollte Butter oder Margarine weich, aber nicht flüssig sein; etwa 18 bis 22 Grad Celsius sind eine gute Orientierung. Bei Mürbeteig wird das Fett dagegen kalt verarbeitet. Wird es zu warm, können Plätzchen verlaufen und der Teig instabil werden.

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Isabella Schwab

Isabella Schwab

Mein Name ist Isabella Schwab und seit vier Jahren vertiefe ich mich mit großer Freude in die Welt des Brotbackens. Was mich an diesem Handwerk so fasziniert, ist die Verwandlung einfacher Zutaten in etwas Wunderbares – sei es ein knuspriges Sauerteigbrot oder ein feines Gebäck. Auf baeckerei-grau.de teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, um Ihnen die Kunst des Brotbackens näherzubringen. Dabei lege ich Wert darauf, auch komplexe Themen verständlich zu erklären und Ihnen Schritt für Schritt zu zeigen, wie Sie zu Hause gelingsichere Ergebnisse erzielen. Mein Ziel ist es, Ihnen stets fundierte und nachvollziehbare Anleitungen zu bieten, damit Sie die Freude am eigenen Backen entdecken und ausleben können.

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